Aktuell geht es uns allen, trotz des hervorragenden Sommerwetters, nicht besonders gut. Sommerhitze, schon seit Tagen. Die Thermometer klettern täglich über 38 Grad. Wir sind morgens gerädert, weil es sich in der Nacht nicht abkühlt und wir kaum Schlaf bekommen. Den Tag über begleiten uns Schwindel, Übelkeit und Durst. Auch Verwirrtheit kann uns erwischen und wir sind nicht konzentriert. Diese extreme Hitze ist die Schattenseite des Sommers.

Älteren Menschen und Pflegebedürftigen geht es bei dem aktuellen Wetter noch viel schlechter. Sie selbst spüren das nicht besonders, da die Sinne im Alter nachlassen. Oft sind sie viel zu dick angezogen, lüften kaum, trinken wenig, mit der Begründung nicht so oft “auf Klo” zu wollen und haben zum Teil noch Heizungen Zuhause in Betrieb.
Wenn dann noch Pflegebedürftigkeit hinzukommt, z.B. mit Medikamenteneinnahmen, Immobilität und bestimmte Erkrankungen, kann es für ältere und pflegebedürftige Menschen richtig gefährlich werden. Dehydratation, Verwirrtheit, Kreislaufprobleme und Stürze können die Folge sein. Damit das nicht passiert, ist nicht nur eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr das A und O.

Wir kennen das selbst, wenn das Wasser einem im Halse steht, weil man nicht mehr trinken mag. Oder schon wieder Salat zum Abendessen, das mögen wir irgendwann auch nicht mehr. Älteren Menschen und Pflegebedürftigen sollte man das zu trinken hinstellen, was sie gern mögen und vielleicht auf das öde Wasser verzichten, so wird meist mehr getrunken.

Limo, Cola, Malzbier oder einfach mal ein alkoholfreies Alsterwasser. Das ist sogar isotonisch und tut dem Kreislauf richtig gut. Wenn das Trinken schwerfällt, empfiehlt es sich z.B. frische Gurken, als Salat oder einfach mit einem leichten Dipp zu essen. Wassermelone, Kaltschale und Wackelpudding können auch den Wasserhaushalt stabilisieren. Oder einfach eine herzhafte kalte Tomatensuppe oder ein Gemüsesaft. Smoothies und Obstsalate können zum erfrischenden Sommerhit werden 🙂
Nicht nur die Flüssigkeitszufuhr, sondern auch andere Maßnahmen, sind bei Sommerhitze wichtig. Nachts ausreichend lüften, tagsüber Räume abdunkeln, leichte Kleidung tragen, leichte Speisen essen und Aktivitäten weitgehend einschränken.

Trinken Sie reichlich, essen Sie leichte und leckere Speisen, tanken Sie nachts frische Luft und passen Sie auf sich und Ihre Angehörigen auf, ganz gleich ob pflegebedürftig oder nicht, so pflegen Sie sorgenfreier 🙂



Haben Sie schon mal den Begriff “Sandwich Generation” gehört? In einem Artikel habe ich kürzlich gelesen, das es die pflegenden Angehörigen sind, die so genannt werden. Die Sandwich Generation pendelt zwischen der Versorgung der Kinder und der Versorgung oder Pflege der Eltern. Der Ehepartner, die Kinder, der Beruf, die Freunde, die Hobbys, die Eltern – für alle möchte die Sandwich Generation da sein. Der Begriff Sandwich Generation gefällt mir persönlich gar nicht. Mag er die Situation gut beschreiben, in der der pflegende Angehörige steckt.
Ich bewundere beim Lesen, wie diese multiagierende Ehefrau, Mutter und Tochter im Artikel „rotiert“. Sie versucht allem und allen gerecht zu werden. Bald ist das Burnout da, denke ich. So wie der Dame im Artikel, ergeht es etwa 4,7 Millionen Deutschen, meistens Frauen. Hätten Sie das gedacht? Sie werden auch der größte Pflegedienst Deutschlands genannt.
Wenn es den größten Pflegedienst Deutschlands nicht gebe, kaum auszudenken was dann wäre, denke ich beim lesen. Denn Fakt ist, der Fachkräftemangels hält weiterhin Einzug. Wir können davon ausgehen, dass sich die Situation in der Pflege noch mehr verschärfen wird. Der Pflegeberuf ist leider unattraktiv geworden. Das Pflegepersonal macht dem eigenen Job leider auch nicht alle Ehre. Die Zahl der Pflegebedürftigen nimmt weiter zu.
Woher nehmen eigentlich die pflegenden Angehörigen eigentlich ihre Motivation? Ist es die Elternliebe? Nächstenliebe? Ist es der finanzielle Aspekt? Oder sind es die vielen negativen Medienberichte aus den Pflegeheimen?
Der Artikel erinnert mich an eine Situation in meiner Familie. Dort gab es auch das “Sandwich Phänomen”. Mein Stiefvater hat lange unsere Oma gepflegt. Ich ziehe den Hut vor ihm! Er war hauptsächlich nur für Oma da. Sehr aufopfernd. Das Pflegeheim war nie eine Option. Immer bewunderte ich, wie viel Kraft und Ausdauer er hatte. Meine Oma ist mittlerweile verstorben. Oma, ein Gruß nach oben zu Dir 🙂
Ich kann nur sagen, ich bewundere alle, die ihre Angehörigen selbst pflegen. Es ist eine kräftezehrende, aufopfernde, erschöpfende, eine mutige und starke tägliche Herausforderung. Jedem in einer Sandwich Position lebenden Menschen wünsche ich viel Kraft, Ausdauer, Rückzugsmöglichkeit, Energiequellen, Liebe, viel Gesundheit und vor allem ein sorgenfreies Pflegen!